Irgenwo in Mexiko

►Album: CD: MANgo (2004), Balladen 1992- 2007 (2007)

Komp: Drechsler/Eisbrenner   Text: Eisbrenner

 

In meiner Zeit in Mexico begegneten mir immer wieder Indianer, die ihre eigene Identität zu leugnen versuchten, weil sie nicht als Menschen dritter Klasse gesehen werden wollten. Das Maya-Dorf, in dem ich wohnte, hatte nur noch 20% Maya, die auch Maya (die Sprache heißt wie das Volk) sprechen konnten. Und was waren die Maya einst für ein Imperium! Die Erwachsenen redeten nun Spanisch, um als Mexikaner zu gelten, die Kinder wussten nur noch einzelne Worte und kamen sich komisch vor, wenn sie diese aussprachen. Nur die Alten sprachen Maya und einige von ihnen wieder, seit sie nicht mehr in die Stadt fuhren, um ihre Haut zu Markte zu tragen. Ich arbeitete mit einem indianischen Freund an einem Schulbauprojekt, was natürlich auch Arbeitsplätze mit sich brachte. Es ging um die Rettung der indianischen Kultur und Sprache und mein Freund stellte nur Indios ein, die bereit waren, Maya zu lernen und zu sprechen. Für die Aussicht auf einen Job taten sie es aber mir sagten sie lachend, mein Freund sei wahrscheinlich verrückt.
All dies verlangte nach einem Lied.

 

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